Diplomarbeiten
Abt. Landschaftsdynamik / Programm Walddynamik

Gipfelfloren: Ursachen für unterschiedliche Artenvielfalt auf Berggipfeln

Die Artenvielfalt im Gebirge ist nicht gleichmässig verteilt: auf Schiefergestein wachsen die meisten Pflanzenarten, auf Serpentin die wenigsten. Mit zunehmender Höhe nimmt die Artenvielfalt rasch ab. Liegt es nur am Substrat und am Klima oder gibt es noch andere Gründe? Weshalb gedeihen mehr seltene Arten in der Zermatter Region, und weshalb gilt das Gotthardgebirge als artenarm? Im Rahmen einer Gegenüberstellung von biologischen (Verbreitungsbiologie, Wuchsform), ökologischen (Substrat, Klima, Facilitation) und historischen (Vergletscherung, Populationsalter, Isolation) Faktoren wird die kleinräumliche Artenvielfalt von begehbaren Berggipfeln östlich des Gotthards untersucht.
Auf je 5 Kalk- und Silikatbergspitzen oberhalb von 2500 m werden Artenlisten mit standardisierten Methoden erstellt. Spezielles Augenmerk gilt den verholzten Pflanzenarten. Ihre Wurzeln zeigen an, wie lange eine Art oder ein Pflanzenverein in verschiedenen Höhen bereits überdauert hat. Welchen Stellenwert hat «facilitation», d.h. die positive Interaktion von Pflanzen für die Anzahl Arten auf kleinem Raum?

Vegetation und Waldbrand: Standortsspezifische Begrünung nach unterschiedlich intensivem Feuer

Am 13. August 2003 brannte der Wald oberhalb von Leuk (Kt. Wallis, Schweiz) lichterloh. Übriggeblieben sind Schutt und Asche und verkohlte Bäume auf 310 ha Fläche zwischen 900 bis 2100 m. Ein riesiger Verlust für die Region, jedoch eine riesige Chance, die Vegetationsentwicklung in Abhängigkeit verschiedener Faktoren zu verfolgen. Das verbrannte Waldgebiet ist bestens mit früheren Vegetationsaufnahmen dokumentiert.
Welche Faktoren fördern eine rasche Begrünung nach Waldbrand? Wie stark wirkt sich die Nähe zu unverbrannten Stellen mit intakter Vegetation auf die Wiederbesiedlung aus? Wie ähnlich ist die dem Feuer folgende Vegetation der ursprünglichen Vegetation? Auf einem Netz von 50 Stichprobenflächen werden Vegetationserhebungen durchgeführt, um den Stand der Vegetationsentwicklung auf verschiedenen Massstäben festzuhalten.

 

Vegetation nach Windwurf im Gebirgswald

Nach dem katastrophalen Windwurf Vivian (26. Februar 1990) wurden mehrere Versuchsflächen im subalpinen Fichtenwaldgürtel installiert, um die Vegetationsentwicklung in verschiedenen Habitaten feststellen zu können. Regelmässige Aufnahmen auf über 200 Stichprobenflächen stammen aus den Jahren 1992, 1994, 1996, 1998 und 2000. Seither hat die Forschungstätigkeit geruht. Die Fragen jedoch sind geblieben oder haben sich gar erst neu ergeben: wie lange dauert die Vorherrschaft der Himbeere? Auf welchen Standorten kann sich die Verjüngung von Baumarten etablieren, auf welchen Standorten schreitet sie nicht voran? Hat die kleinflächige Artenvielfalt ihren nach der Theorie erwarteten Höhepunkt erreicht? Eine wiederholte Aufnahme der Stichprobenflächen wird zeigen, welche Vegetation sich 15 Jahre nach der dem Sturmschaden etabliert hat und wie weit sie sich von der ursprünglichen entfernt hat. Besondere Relevanz für die Forstpraxis haben die Fragen nach der natürlichen Verjüngung sowie die Rolle der Himbeeren und Hochstauden als verjüngungsunterdrückende Vegetation. Die Untersuchungsgebiete befinden sich in Schwanden (GL), Pfäfers (SG), Disentis (GR) und Zweisimmen (BE).

 



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Last Update: 19-Nov-2004